Musik-Album im MP3-Format
Gesamtlänge: 31:31 min
Audioformat: MP3 – High Quality (320 kbit/s)
Bildnachweis: Photo by Tim Hüfner on Unsplash
Dieses Werk ist das erste von nur zwei Klavierkonzerten, in der "düsteren" Tonart d-moll. Außerordentlich beginnt deshalb das Werk mit eintönigen, unruhigen und düsteren Streichern ohne erkennbares Motiv. Erst später kommen Holzbläser dazu und scheinbar gelingt dem Klavier erst nach drei Versuchen der Einstieg ins Geschehen. Das lyrische Spiel des Klaviers beruhigt im zweiten Satz die aufgewühlte Stimmung. Der Schlußsatz startet erregt und tragisch, wandelt sich aber plötzlich - und wird versöhnlich und heiter. So wird es am Ende doch ein "typischer Mozart"..
Mit Annie Fischers Einspielung liegt hier eine der eindringlichsten Deutungen dieses Werkes vor. Sie gestaltet den Solopart mit kompromissloser Ernsthaftigkeit und innerer Spannung: ihr Spiel ist frei von dekorativer Eleganz, dafür von existenzieller Dringlichkeit geprägt. Jeder Einsatz wirkt durchdacht, jede Phrase trägt Gewicht – Fischer denkt Mozart dramatisch, nicht galant. Das Philharmonia Orchestra London folgt dieser Haltung mit konzentrierter, dunkler Klangfarbe. Unter Sir Adrian Boult entsteht eine straffe, unsentimentale Begleitung, die den tragischen Grundton des d-Moll konsequent ernst nimmt. Boult verzichtet auf Effekte und hält die Architektur klar, wodurch Fischers interpretatorische Freiheit umso stärker hervortritt. Im Vergleich zu moderneren, klanglich vielleicht brillanteren Aufnahmen überzeugt diese Einspielung vor allem durch ihre interpretatorische Wahrhaftigkeit. Das Finale entfaltet eine fast beunruhigende Spannung, während die berühmte Romanze nicht als lyrische Idylle, sondern als fragiles Innehalten erscheint. Fazit: Eine große, zeitlose Mozart-Interpretation von existenzieller Tiefe. Keine Aufnahme für audiophile Glätte, aber eine Referenz für Hörer, die im Klavierkonzert Nr. 20 vor allem Ausdruck, Ernst und künstlerische Konsequenz suchen.
Technische Daten
Vielleicht gefällt Ihnen auch