Rubinsteins elegantes, poetisches Klavierspiel verbindet sich mit Krips’ klassischer Klarheit zu Interpretationen von zeitloser Größe. Zwei Meisterwerke Beethovens in Referenzaufnahmen voller Ausdruckskraft und musikalischer Noblesse.
Musik-Album im MP3-Format
Gesamtlänge: 1:09:41 h
Audioformat: MP3 – High Quality (320 kbps)
Beethovens Drittes Klavierkonzert markiert einen Wendepunkt in seinem Schaffen – es steht an der Schwelle zwischen klassischer Formstrenge und der aufbrechenden Romantik. Das Werk ist leidenschaftlich, kantig, dramatisch – und zugleich von einer tiefen inneren Logik durchzogen. Im düsteren c-Moll gehalten, beginnt das Konzert mit einer spannungsgeladenen Orchesterexposition, bevor das Klavier in markanter Eigenständigkeit einsetzt. Beethoven fordert hier mehr als virtuoses Spiel – er verlangt Ausdruck, Charakter, ein echtes musikalisches Gespräch mit dem Orchester. Der langsame Mittelsatz ist eine der ergreifendsten musikalischen Meditationen der Konzertliteratur, während das Finale mit seiner sprühenden Energie und den raffinierten Kontrasten triumphal endet. Trotz seines Gehörleidens spielte Beethoven bei der Uraufführung 1803 in Wien den Klavierpart.
Das Konzert beginnt mit einer Überraschung: Statt der bis dahin üblichen Einleitung durch das Orchester startet hier mit zarten Tönen das Soloklavier gleich mit dem Hauptthema. So hatte das vor Beethoven noch niemand gewagt! Der zweite Satz wurde von einer Sage aus der griechischen Mythologie inspiriert. Orpheus - hier das Klavier - siegt mit seinem Gesang über die Mächte der Unterwelt, die durch dunkle Themen des Streichorchesters dargestellt werden. Langsam und leise tasten sich die Streicher im Finalsatz vor und beginnen den Dialog mit dem Klavier. Dann übernimmt das Soloklavier die Leitung und führt das Orchester bis zum strahlenden Schluß. Das Klavierkonzert wurde am 22. Dezember 1808 in Wien uraufgeführt mit Beethoven als Pianisten.
Rubinstein überzeugt mit seiner charakteristisch edlen Klangkultur, der ausgewogenen Phrasierung und einem natürlichen, unaufdringlichen Zugang zu Beethovens Musik. Die Interpretation wirkt nie überladen, sondern durchweg klar, klassisch und tief musikalisch. Besonders im langsamen Satz gelingt es Rubinstein, emotionale Tiefe mit nobler Zurückhaltung zu verbinden. Josef Krips sorgt mit dem Orchester für eine stilistisch sichere, einfühlsame Begleitung und lässt dem Solisten stets den nötigen Raum.
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