Diese Einspielungen mit Leon Fleisher, George Szell und dem Cleveland Orchestra gelten als Referenzaufnahmen der Klavierkonzerte von Schumann und Grieg. Sie beeindrucken durch die seltene Verbindung von pianistischer Natürlichkeit, orchestraler Präzision und romantischer Ausdruckstiefe.
Musik-Album im MP3-Format
Gesamtlänge: 01:11:22 h
Audioformat: MP3 – High Quality (320 kbps)
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Typisch für Schumanns Kompositionen ist die Auseinandersetzung zweier gegensätzlicher Charaktere, dem kämpferischen Florestan und dem träumerischen Eusebius. Diesem Grundprinzip bleibt der Komponist auch in seinem Klavierkonzert treu, das 1845 in Dresden mit Clara Schumann als Solistin uraufgeführt wurde.
Der kämpferische Florestan eröffnet das Konzert mit einer vorwärtsstürmenden Akkordfolge des Klaviers. Später kommen sehnsuchtsvolle Motive hinzu, die in schwärmerisch verträumten Bildern Schumanns Sehnsucht nach seiner geliebten Clara schildern. Im langsamen zweiten Satz wird im zarten Wechselspiel zwischen Klavier, Holzbläsern, Horn und Streichern die Geliebte beschrieben. Optimistisch endet dieser Satz und geht ohne Pause in den Schlußsatz über. Schwungvolles Spiel von Klavier und Orchester werden hier immer weiter gesteigert, mit fantasievollem Spiel des Soloinstruments geschmückt und zu einem kraftvollen furiosen und jubelndem Finale geführt.
Fleisher gestaltet den Solopart mit großer Klangkultur, Wärme und stilistischer Eleganz, ohne jemals ins Sentimentale abzugleiten. Sein Spiel verbindet lyrische Feinzeichnung mit bemerkenswerter Klarheit der musikalischen Architektur. Gleichzeitig formt Szell mit dem Cleveland Orchestra einen transparenten, disziplinierten und rhythmisch hochpräzisen Orchesterklang. Vor allem der erste Satz entfaltet eine natürliche Spannung und musikalische Geschlossenheit, die ganz ohne äußere Effekte auskommt. Das Finale begeistert mit Energie und Schwung, bewahrt dabei jedoch stets jene Noblesse und Kontrolle, die diese Aufnahme so zeitlos wirken lassen.
Der Beginn des Konzerts überrascht: Diese abwärtsgerichteten Akkorde des Klaviers - wie bei einem Treppensturz - kommen unerwartet und sind doch eine der bekanntesten Passagen der klassischen Musik. Ein genialer Einfall des norwegischen Komponisten, der das Stück 1868, im Alter von fünfundzwanzig Jahren fertigstellte. Grieg war der erste skandinavische Komponist, der Folkloreelemente seiner Heimat in der Kunstmusik verarbeitete. Ein besonders schönes Beispiel dafür ist der dritte Satz: Nach einer kurzen Orchestereinleitung trägt das Orchester das Hauptmotiv im Rhythmus eines Hallings vor, einem norwegischen Tanz, den Grieg besonders mochte.
Fleisher verbindet virtuose Brillanz mit lyrischer Wärme und gestaltet den Solopart mit beeindruckender Natürlichkeit und Ausdruckskraft. Gleichzeitig verleiht Szell dem Orchester eine außergewöhnliche Transparenz, Präzision und klangliche Eleganz. So entsteht eine Interpretation voller Spannung, Noblesse und emotionaler Intensität.
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