Brahms’ Sinfonien Nr. 1 & 3 in einer meisterhaften Interpretation von Herbert von Karajan und den Wiener Philharmonikern – ergänzt durch die eindrucksvolle „Tragische Ouvertüre“.
Musik-Album im MP3-Format
Gesamtlänge: 01:33:12 h
Audioformat: MP3 – High Quality (320 kbps)
→ KEMPE / Berliner Philharmoniker
→ REINER / Chicago Symphony Orchestra
Die 1. Sinfonie wurde 1876 in Karlsruhe uraufgeführt und überwiegend enthusiastisch aufgenommen. Der Weg bis zu diesem Erfolg war allerdings schmerzvoll, denn Brahms arbeitet fast 20 Jahre an diesem Werk. Die Gründe dafür sind sicherlich sowohl im eigenen überaus selbstkritischen Anspruch des Komponisten zu suchen als auch in der Erwartungshaltung der Öffentlichkeit, galt Brahms doch als der Erbe Beethovens. So eifert Brahms vor allem in den schicksalsschweren und drängenden Paukenschlägen zu Beginn des ersten Satzes und im stürmischen Schlußsatz seinem großen Vorbild nach. Die beiden mittleren Sätze hingegen sind sanft und melodiös und damit "Kinder" der romantischen Epoche. So stellt Brahms' Sinfonie eine gelungene Weiterentwicklung der Sinfonik seit Beethoven dar.
Die Sinfonie entstand 1883, auf dem Höhepunkt des Streits zwischen den Vertretern der Neudeutschen Schule (Musik hat eine Programm, Sinfonische Dichtungen, Programm-Musik; Hauptvertreter: Franz Liszt) und den Vertretern der absoluten Musik (Musik ist unabhängig von außermusikalischen Vorgaben, Sinfonien, Sonaten; Hauptvertreter: Johannes Brahms, Robert Schumann). Brahms lieferte hier - unabhängig von o. g. Diskussionen - eine Musterbeispiel für seinen persönlichen Stil: Große romantische Gefühle, oft herber Orchesterklang, volksliedhafte Melodien und kämpferischer Trotz.
Die Sinfonie wurde im Entstehungsjahr in Wien uraufgeführt und war sofort erfolgreich.
Die Wiener Philharmoniker entfalten unter Karajans Leitung einen satten, warmen Streicherklang, der von samtigen Hörnern und edlen Holzbläsern umrahmt wird. Die legendäre Homogenität der Streichergruppen kommt besonders in den lyrischen Passagen zum Tragen. Trotz der üppigen Klangfarben bleibt das Orchesterspiel klar strukturiert – ein Markenzeichen Karajans. Karajan wählt im Kopfsatz ein eher breit angelegtes Grundtempo, das Raum für große Spannungsbögen lässt. Die Übergänge sind sorgfältig modelliert, das „poco allegretto“ des dritten Satzes wird in sanft schwingender Eleganz dargeboten – weniger volkstümlich als bei manch anderer Deutung, dafür mit nobler Zurückhaltung. Die Dramatik in den Finalsätzen entwickelt sich kontrolliert, ohne jemals in ruppige Attacke zu kippen. Anstelle scharfer Kontraste setzt Karajan auf organische Geschlossenheit und noble Zurückhaltung – ein Brahms voller Eleganz, Intensität und symphonischem Glanz.
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