Carl Schuricht zählt zu den großen Bruckner-Dirigenten des 20. Jahrhunderts – seine Aufnahme der unvollendeten 9. Sinfonie mit den Wiener Philharmonikern verbindet spirituelle Tiefe mit schlanker, klarer Linienführung. Statt monumentaler Schwere entfaltet Schuricht eine transparente, fließende Lesart, die die architektonische Größe des Werkes organisch wachsen lässt. Die Wiener Philharmoniker überzeugen mit warmem Streicherklang, edler Blechkultur und jener unverwechselbaren Klangtradition, die Bruckners Musik ihre besondere Aura verleiht. Das Adagio – Bruckners ergreifender Abschied von der Welt – erscheint hier von großer Innerlichkeit und leuchtender Klangschönheit. In dieser Audiophile Edition (320 kbps) überzeugt die Aufnahme durch ausgewogene Dynamik, natürliche Raumwirkung und feine Detailauflösung – ein klanglich wie interpretatorisch herausragendes Dokument klassischer Bruckner-Tradition.
Musik-Album im MP3-Format
Gesamtlänge: 56:18 min
Audioformat: MP3 – High Quality (320 kbit/s)
Bildnachweis: blasbike/Shotshop.com
Während der Arbeiten am vierten Satz der Sinfonie 1896 verstarb Anton Bruckner. Der so verbliebene Torso aus drei Sätzen gehört zu den Gipfelwerken der klassischen Musik. Obwohl zu Lebzeiten oft verkannt und abgelehnt und erst im hohen Alter anerkannt, haben Bruckners sinfonische Werke einen großen Einfluß auf die Musikgeschichte. Bruckners Sinfonien kann man durchaus mit einem Hochgebirge, bestehend aus neun Gipfeln vergleichen. Die "Besteigung" dieser Gipfel ist nicht ganz einfach, aber umso überwältigender sind die Emotionen, die diese Musik hervorruft. Der erste Satz beginnt feierlich und geheimnisvoll, nach kurzem Steigerungslauf bricht das Hauptthema wie eine Urgewalt über den Hörer herein. Erleichterung bringt erst das folgende Gesangsthema, welches aber wieder abgelöst wird von sich nach oben schraubenden Dissonanzen bis zum katastrophenartigen Höhepunkt. Nach einem originellen Beginn des zweiten Satzes mit Pizzicati (Streicher zupfen die Saiten mit ihren Fingern) überrascht Bruckner mit einer rythmischen, melodischen, aber auch bizarren Klangpalette. Der dritte Satz, das langsame, feierliche Adagio, kann als Bruckners "Abschied vom Leben" verstanden werden. Hier zitiert Bruckner aus einigen seiner vorherigen Werke. Leise beginnend steigt die Musik ein letztes Mal empor, bevor der Satz mit einem beseelten Abgesang ausklingt.
Statt Pathos dominiert in Carl Schurichts Interpretation strukturierte Spannung: Der erste Satz ist kraftvoll, doch nicht überladen; das Scherzo scharf konturiert, mit fast tänzerischer Dämonie. Im Adagio schließlich entfaltet Schuricht eine berührende Schlichtheit und würdige Ruhe – als musikalischer Abschied ohne Sentimentalität. Die Wiener Philharmoniker musizieren mit Wärme, Klangfülle und jener tiefen Vertrautheit mit Bruckners Tonsprache, die dieses Orchester weltweit einzigartig macht.
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Technische Daten